Aoraki / Mount Cook
Der Sommer, so sagen die Locals, ist bisher eher zu regnerisch und kühl. Wir nutzten einen als recht schön angesagten Tag, um von unserer Unterkunft in Twizel zum höchsten Berg Neuseelands zu fahren und eine etwas anspruchsvollere Tageswanderung in Angriff zu nehmen.
Bereits bei der Anfahrt sahen wir einen schneebedeckt weißen Monolithen in einer steppigen und recht flachen Landschaft stehen. Leider haben wir mal wieder davon kein Foto gemacht. Wir waren uns trotz der Größe auch unsicher, ob es tatsächlich der Mount Cook ist, da er aus dieser Perspektive ganz anders aussah!
Die Anfahrt verlief – wie sooft – malerisch am türkis schimmernden Lake Pukaki und am ausgedehnt mäandernden Flussbett des Tasman River, der vom Tasman Gletscher am Mount Cook gespeist wird, entlang.
Mueller Hut Route
Wir entschieden uns für die Route, die die spektakulärsten Aussichten versprach. Anfangs ging es über gefühlte 100.000 Holzstufen durch Wald steil in die Höhe. Im zweiten Teil der Wanderung mussten wir durch schneebedeckte Hänge steigen. Wir wurden mit einer tollen Aussicht belohnt, leider zog es aber in der Zeit etwas zu. Abwärts ging es durch die Schneefelder natürlich etwas schneller :)
Aoraki / Mount Cook ist 3.724 m hoch, und praktisch total im Schnee/Eis. Wir sind trotzdem auch immer wieder erstaunt, wie tief Schnee und Eis in Neuseeland noch zu sehen sind, obwohl es ja Sommer und zum Teil +20 Grad ist.
Im Vergleich zu den europäischen Alpen ist Wandern in Neuseeland ein bisschen anders: Das Wegenetz ist viel weniger touristisch erschlossen, da es zwar Hütten, aber keine Bewirtschaftung gibt. Man muss also bei Mehrtagestouren viel mehr schleppen (Schlafsack, Essen, Kocher) und wahrscheinlich gibt es insgesamt einfach weniger Wege – v.a. nicht gleich hochalpine Routen. Die alpine Tradition in den Alpen ist aber auch recht einzigartig und hatte viele Jahre Zeit, zu wachsen. Neben den Great Walks und einigen kürzeren Halbtages/Tagestouren sind Touren in den Bergen eher Spezialisten oder gebuchten Gruppen mit Begführern vorbehalten. Aber an jedem Ort gibt es genug schöne Wege, auf denen wir uns austoben können.