Kepler Track
Wir hatten den Kepler eigentlich schon für Anfang Januar gebucht, aber es waren schlechte Sicht und Regen angekündigt. Der Track ist recht exponiert, da er lange auf einem Grad entlang führt. Wir haben daher auf einige Tage später umgebucht und wurden mit strahlendem Sonnenschein über einer malerischen Wolkendecke belohnt.
Es war der anstrengendste Great Walk bisher: Da wir mit Zelt unterwegs waren, waren wir an die einzigen zwei Plätze auf dem Track gebunden und liefen die 60 km und auch ein paar Höhenmeter an drei Tagen statt der üblichen vier*. Der zweite Tag hatte es mit mehreren An- und Abstiegen in sich. Zum Glück konnten wir den Startpunkt des Rundwegs etwas verlegen, auf den Rainbow Reach Parkplatz, um die Wanderzeit der anderen beiden Tage gleichmäßiger zu verteilen.
Rainbow Reach Carpark - Brod Bay Campsite
Man hätte sich am ersten Tag auch direkt per Wassertaxi ab Te Anau zum Campsite bringen lassen können. Aber wir waren ja zum Wandern da und so ging es am ersten Tag mal wieder durch bemooste Buchenwälder zum Zeltplatz mit Aussicht auf den den Lake Te Anau. Elche haben wir allerdings nicht gesehen.
Brod Bay Campsite - Iris Burn Campsite
Der besagte lange Tag beinhaltete einen Aufstieg durch die Wälder zur Wolkenmeer-Aussicht bis zur Luxmore Hut. Nun ging es auf kahlen Hängen weiter, zur Luxmore Spitze und dann den ganzen Tag über den langen Gradweg hoch und runter bis in das Tal des Burn Rivers, zum malerisch am Fluss gelegenen Zeltplatz.
An Hütten und Sheltern sind immer wieder Keas, die ziemlich dreist versuchen, Futter zu erhaschen. Am Iris Burn gibt es nachts sogar regelmäßig Schäden an Zelten, weil die Keas, neugierig wie sie sind, mit ihren Schnäbeln Zelte aufpicken. Wir wurden zum Glück verschont – ich hab aber auch einmal etwas grob an die Zeltwand gehauen, als sich da was rumtrieb – wir hatten unser gesamtes Gepäck präventiv in einer Kammer gelagert.
Hier noch ein paar Fotos von der unendlich langen Gradwanderung
Andreas ist in solchen Fällen immer der Tempomacher. Ich sag ja immer: der Weg ist das Ziel.
Das Iris Burn Valley, nun ist es fast geschafft, nur noch hinab durch den Wald
Essen wurde ‚streng‘ rationiert – vielleicht hatten wir fast zu wenig dabei weil eine jemand den Nussmix vergessen hatte…
Iris Burn Campsite - Rainbow Reach Car Park
Am Zeltplatz war nachts einiges zu erleben, man kann Kiwis beobachten, seltene blaue Enten bestaunen und Glühwürmchen sehen. Wir waren für das alles viel zu müde und wollten die seltenen Tierchen auch nicht stören. Aber aus unserem Zelt heraus konnten wir Polarlichter sehen! Am letzten Tag ging es recht angenehm flach am Flussbett des Iris Burn und am Lake Manapouri entlang zurück zum Carpark.
* einmal im Jahr gibt es auf dem Kepler Track einen Benefiz-Marathon, die Kepler Challenge. Es ist mir ein Rätsel, wie sie das schaffen, aber die Bestzeiten liegen bei rd. 4,5 bzw. 5,5 Stunden. Diese Kiwis sind harte Socken…