Routeburn Track & Caples Track
Die Wege des Routeburn Track wurden schon von den Maori gegangen, sie suchten in der Gegend nach Jade. Der Track ist einer der bekanntesten & meistbegangenen Great Walks in Neuseeland, das machte sich auf den von Tagesturisten, Gruppen und Trailrunnern frequentierten Wegen bemerkbar.
Mit ca. 32km und rd. 900 hm ist er an drei Tagen / zwei Nächten gut machbar und bietet spektakuläre Aussichten, abwechslungsreiche Wege, beeindruckende Wasserfälle sowie eine reichhaltige Tier- und Pflanzenwelt. Da mir zwei Nächte zu kurz waren, haben wir ihn mit dem Caples Track verbunden, der über einen Sattel in ein idyllisches Tal führt. So hatten wir zugleich praktisch einen Rundweg und weniger Logistik zu planen.
Einige Ausblicke und Zeitplätze der 5 Tagen waren so schön, dass ich sie sicher nicht vergessen werde und vor dem inneren Auge immer wieder hervorholen möchte.
Ich finde, die Bilder sind dieses Mal nicht ganz so schön, wie es in Wirklichkeit war. Aber besser so, als andersherum, oder?
Tag 1: Kinloch - Routeburn Flats
Auch der reguläre erste Tag war uns zu kurz, daher beschlossen wir, ab unserer Ankunfts-Unterkunft in Kinloch zu laufen und das Auto dort zu parken. Es ging 15 km auf einer Schotterstraße entlang, so konnten wir uns in die Gegend eingroovoen und Vögel (Schwalbenartige, viel zu flink für die Linse) beobachten.
Auf dem Track ging es erstmal durch Buchenwälder bergan, unterwegs waren einige Wasserfälle und tosende Bergbäche zu sehen. Das türkis-klare Wasser glänzte in der Sonne. An den Routeburn Flats angekommen, freute ich mich über einen traumhaften Campingplatz mit Aussicht, am plätschernden Bächle auf weichem Boden.
Die Standardnahrung für „Tramper“, wie (Weit-)wanderer hier genannt werden: Gefriergetrocknete Gerichte, die man nur mit kochendem Wasser übergiessen muss, um ein reichhaltiges Mal zu erhalten. Die praktischen Pakete werden hier sogar in den meisten Supermärkten verkauft, nicht wie bei uns nur im Fachhandel. Schmeckt an sich ganz gut!
Was auch nicht fehlen darf (erstes Bild): Ein Spray gegen „Sandflies“ - kleinste, schwarze Mücken, die nach nichts aussehen, aber tagelang juckende Stiche verteilen... das Spray hilft, aber sie finden bei mir irgendwie immer zig Stellen, die ich wohl vergessen habe zu besprühen.
Back country cuisine, was willste mehr
Nudeln mit Soße (‚Lamm Fettuchine‘) war lecker!
Es waren auch andere da…
Abwaschen nicht nötig :)
Tag 2: Routeburn Flats - Lake Mackenzie
Standesgemäß für einen Great Walk sind die Wege an vielen Stellen gut in Stand gehalten
Was unberührter Wald wirklich bedeutet, hab ich erst in NZ richtig verstanden..
Ausblick auf Routeburn Flats (Campingplatz am Vorabend)
Routeburn Falls
Ganz hinten nochmal schöne, kaskadenartige Wasserfälle, im Nebel nur zu erahnen
Es war schönes Wetter angekündigt (das Beste der ganzen Woche). Nebelig wars in der Höhe leider, aber auch stimmungsvoll.
Blühende Landschaften ;-)
Auch der See (Lake Harris), der die Kaskadenfälle speist, war nebelumwoben.
Dieses Gelbköpfchen ist streng geschützt, es wird Gift für Ratten und Possums ausgelegt, damit es nicht ausstirbt. Wind und Wetter können ihm soweit wohl nichts anhaben.
Über den Harris Saddle, endlich bisschen Aussicht!
Hier gab es noch eine kleine Extratour auf den Conical Hill, einen Aussichtsberg am Harris Saddle. Leider war nix zu sehen, es war alles in den Wolken. So haben wir uns die schöne Landschaft halt vorgestellt…
Nach dem Harris Sattel ging es in der Höhe an der Flanke der Berge des Hollyford Tals entlang. Immer wieder hörten und sahen wir die Keas in der Höhe, manchmal eine ganze Gang auf der Suche nach Futter. Der Ausblick ging unerwartet bis an die Westküste! Nach einem steilen Abstieg durch einen Märchenwald erreichten wir den Lake MacKenzie, unser Camp direkt am See. Kalt wars, aber Baden tat den verschwitzen Gliedern gut.
Am nächsten Morgen gönnten wir uns, auszuschlafen. Als letzte auf dem Campingplatz frühstückten wir am See. Als wir zurück an unserem Zeltplatz kamen, war alles verlassen und ruhig, aber: Ein, nein zwei Vögel fingen in den die Lichtung umringenden Bäumen an, zu zwitschern. Immer lautet pfeifend warfen sie sich eine kurze Tonfolge zu (ich glaube es waren zwei um eine Terz verschobene Quinten, eine nach oben, die zweite dann nach unten), Dazwischen machten sie knarrend und knackige Geräusche, die eine schwingende Rhythmusgruppe bildeten. Sie echoten sich gegenseitig und die ganze Lichtung war wie ein kleiner Verstärker. Wir fühlten uns wie in einem Privatkonzert!
Ratet meine Lieblingsfarbe :D
– nein, nicht grün, nicht türkis.
Auf diesem Great Walk findet man alle 3 Stunden ein Klohäuschen. Aber: Wenn der Deckel mal nicht zu war, nisten sich dicke Fliegen ein, nicht so schön…
Unser Zelt von innen <3
Tag 3: MacKenzie - Greenstone Saddle Campsite
Heute stand der kurze Verbindungstag zwischen Routeburn und Caples Track an. Auf dem Routeburn beeindruckten uns die Wasserfälle, v.a. der Earland Falls Wasserfall mit hautnahen 174m. An unserem Campingplatz waren wir früh, so haben wir uns mit wolkenbeobachten, stricken und lesen beschäftigt.
Tag 4: Greenstone Saddle Campsite - Mid Caples Hut Campsite
Zunächst ging es bergan, nachts wie tags begleiteten uns die Rufe und die Silhouetten der Keas
Wir erreichten den McKellar Saddle
Das sensible Ökosystem wird durch die Stege geschützt
Irgendwo hier gibt es auch einen Mount Christina :)
Im Caples und Greenstone Gebiet sind die Berge aus Caples Sandstone, der besonders erosionsbeständig ist.
Durch Buchenwälder ging es bald schon wieder hinab
Unberührte Wälder bedeuten auch, dass viele morsche Bäume und Totholz herumliegen. Campen sollte man in den Wäldern nicht, weil bei Wind und Regen auch gerne mal was umfällt.
Das Caples Tal ist ein von einem Fluss und Wiesen durchzogenes Tal, das von steinig schroffen Gipfeln umrahmt wird.
Die Wiesen zeugen von versuchter Landwirtschaft, natürlich würde hier wahrscheinlich was anderes wachsen
Fast wie in den Alpen, oder? Nur die Kühe und Almen fehlen
Unser Zeltplatz ein Traum. Es besuchte uns kurz auch ein wunderschöner langschwänziger Kuckuck, mit langen Federn und braun-hellbrauner Musterung. Leider war er zu scheu für ein Foto
Der kalte Gebirgsbach machte ein kleines Bad unwiderstehlich, wir fanden eine tolle ruhige Stelle mit heißen Felsen zum aufwärmen.
Da wir vom letzten Tag nicht viele Fotos haben, hier noch eine kleine Reihe von einem in Neuseeland sehr präsenten Vogel, der leider nicht gut zu erwischen war. Wer ihn sieht, kennt schon seinen Namen: Fantail / Fächerschwanz. Wir sahen gleich ein paar der fidelen Gesellen um eine Dame buhlen. Dazu tanzen sie eifrig mit ihrem Fächerschwanz auf und ab und zwitschern auch ganz fein.